Februar 2019-Bauen am Wasser

Alle Fragen & Antworten:

  • Bauherr/in asked:
    Hallo, das sind alles spannende Fragen hier zum Thema Bauen am Wasser. Ich habe große Lust, mir ein Hausboot oder ein schiwmmndes Haus zu bauen. Das ist ja wohl in Deutschland noch nicht so einfach. Können Sie mir da sagen, wie und wo ich entsprechende Liegeplätze finde? Wie ich so ein schimmendes Haus bauen muss, Materialien, Zulassung/Genehmigung etc.? Können Sie mir da auch weiterhelfen?
    • VPB replied:
      Gute Idee! Schwimmendes Haus wäre etwas feines. Aber noch nicht so einfach zu realisieren. Lesen Sie dazu unser VPB-Experteninterview zum Thema schwimmende Häuser mit Professor Dr. Heiner Haass, Präsident des Sachverständigenverbandes Internationale Bootsexperten e.V. - https://www.vpb.de/experteninterview-schwimmende-haeuser.html
  • Bauherr/in asked:
    Wir haben ein Grundstück am Wasser mit entsprechend hohem Grundwasserspiegel. Ist es da sinnvoll, einen Keller zu bauen? Welche Alternativen haben? Eigentlich brauchen wir den Keller ja nur für die Haustechnik ….
    • VPB replied:
      Grundsätzlich kann auf fast jedem Baugrund ein Keller errichtet werden, wenn die Einflussfaktoren wie beispielsweise Grund- und Schichtenwasser beachtet werden. Jedoch sollte man dabei immer Kosten und Nutzen betrachten und gegeneinander abwägen. So macht ein Kellergeschoss ggf. in einer Hanglage Sinn, wenn durch den Hang zur Seeseite ein vollwertiges Geschoss entstehen kann, wodurch die Zusatzkosten für die Abdichtung der übrigen Wandbereiche gegen drückendes Wasser überschaubar sind. Gemäß Ihrer Anfrage gehe ich jedoch davon aus, dass keine Hanglage vorhanden ist, was die Nebenkosten für die Grundwasserabsenkung aufgrund des angrenzenden Gewässers, dem somit vorhandenen größeren Wasserdruck und der dadurch ggf. größeren Pumpentechnik stark erhöht. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass lediglich die Haustechnik installiert werden soll, sollten sie auf eine Alternative Lösung ausweichen. Je nach Größe des Grundstückes könnte beispielsweise das Gebäude im Erdgeschoss dahingehend erweitert werden, dass für die Haustechnik ein zusätzlicher Raum geschaffen wird, welcher auch noch als Lagerraum bzw. Zugang zum Gartenbereich (klassische Waschküche) genutzt werden könnte. Darüber hinaus kann auch je nach Bauweise geprüft werden, ob die Haustechnik ggf. im Spitzboden installiert werden kann, wobei auch hier mit Zusatzkosten zu rechnen wäre, da statische Verbesserungen aufgrund der zusätzlichen Gewichte notwendig sind. Alternativ und je nach Grundstück bzw. Zulässigkeit könnte die Haustechnik auch in einem separaten Nebengebäude errichtet werden, welches dann ggf. gleichzeitig als Kellerersatzraum oder Garage genutzt werden könnte. Unabhängig von der Auswahl der Möglichkeiten – und deren Genehmigungsfähigkeit durch die Baubehörde mal unterstellt, Nebengebäude etwa bedeuten auch andere Abstandsflächen und höheren Grundflächenverbrauch - sie sich im Vorfeld durch einen Architekten oder Bauingenieur die Kosten für den Kellerbau sowie die Alternativen benennen lassen, um eine wirtschaftliche Entscheidung im eigenen Interesse fällen zu können.
  • Bauherr/in asked:
    Wir müssen einen wasserdichten Keller bauen. Das kann, so wie wir im Freundeskreis hören, nicht jede Firma. Auf was müssen wir bei der Firmenauswahl achten? Und haben Sie da noch andere wichtige Tipps für uns?
    • VPB replied:
      Bei der Errichtung eines WU-Kellers ist es wichtig, dass im Vorfeld des Baus eine ausreichende Planung mit Angaben zu allen Details erstellt und überprüft wird. Basierend auf dieser Planung, welche sich ggf. an der WU-Richtlinie zu orientieren hat, sollten sie dann die entsprechenden Angebote bei Unternehmen für den klassischen Hochbau einholen und darauf bestehen, dass diese Ihnen entsprechende Referenzen angeben, welche sie ggf. prüfen können. Darüber hinaus sollten sie darauf achten, dass die Unternehmen in der jeweiligen Handwerkskammer mit den entsprechenden Eintragungen gelistet sind und dass sie eine ausreichende Betriebshaftpflicht für diese Bautätigkeit haben. Sollte die Planung und Ausführung von einem Unternehmer erstellt werden, ist es dringend zu empfehlen, sowohl die Planung als auch die Ausführung durch einen externen Bauingenieur überprüfen und kontrollieren zu lassen. Darüber hinaus sollte dieser Unternehmer neben den Referenzen auch noch angeben, wer die Planung in seinem Hause durchführt und dessen Qualifikation nachweisen; bedient er sich eines Planers außer Haus, sollte zusätzlich noch dessen Berufshaftpflicht nachgeprüft werden. Sehr empfehlenswert ist hier auch noch die unabhängige Kontrolle der Ausführung, denn die Anforderungen an die korrekte Umsetzung dieser Planungen sind anspruchsvoll.
  • Bauherr/in asked:
    Wir müssen unserem Keller in hohem Grundwasser bauen. Was heißt das für den Keller an sich und vor allem für die Baustelle. Da muss doch auch dauerhaft abgepumpt werden, oder? Wie läuft so eine Baustelle? Auf was müssen wir achten?
    • VPB replied:
      Auch bei hohen Grundwasserständen ist der Bau von Kellergeschossen möglich. Die entsprechenden Keller müssen jedoch als Wanne ausgebildet werden, was die Errichtung eines sogenannten WU-Kellers (wasserundurchlässig) bedeuten kann. Um jedoch auch Diesen errichten zu können, ist es richtig, dass das Grundwasser bis zur Betonage der Kellerdecke und dem Anfüllen des Kellergeschosses abgesenkt und das abgepumpte Wasser abgeleitet werden muss. Das anfallende Wasser, welches abzuleiten ist, kann dabei über das anliegende Abwassersystem oder über Rohrsysteme in naheliegende Gewässer abgeführt werden. Aber Achtung, nicht jede Gemeinde lässt die Einleitung in das Abwassersystem zu und es kommt zum anderen zu erheblichen Zusatzkosten für die Einleitung in das Abwassersystem oder die Errichtung eines Rohrsystems zu den naheliegenden Gewässern. Darüber hinaus müssen sie darauf achten, dass das Grundwasser im Vorfeld analysiert werden muss, wenn es über das Abwassersystem abgeleitet werden soll. Da das Grundwasser Schadstoffbelastet sein kann, kann es durch die Analyse, trotz vorgehender Zustimmung, zur Ablehnung der Einleitung in des Abwassersystem kommen. Aufgrund der vorbenannten Punkte ist es vor Beginn der Arbeiten im Rahmen der Planung des Bauantrages wichtig, den geplanten Bau des Kellers nicht nur hinsichtlich der Ausführung zu betrachten, sondern auch hinsichtlich der entstehenden zusätzlichen Kosten. Grundsätzlich sollte die Ihrerseits geplante Bauausführung von einem externen Sachverständigen bereits in der Planung überprüft und während der Bauausführung überwacht werden.
  • Bauherr/in asked:
    Wir wollen uns ein Ferienhaus irgendwo am Wasser kaufen, gerne bei Ihnen in der Nähe oder Richtung Seenplatte. Kennen Sie Reviere oder Kommunen, in denen wir ein Hausboot oder ein schwimmendes Haus dauerhaft festzulegen können? Wo könnten wir da am besten nachfragen?
    • VPB replied:
      Die Thematik selbst steckt bei den Kommunen teilweise noch in den Kinderschuhen und ist je nach Art des Hauses auch abhängig von den Landesbauordnungen. Sollten sie beispielsweise ein Hausboot bevorzugen, können sie dazu bei den jeweiligen Gemeinden der Region nachfragen, in welcher sie Ihr Feriendomizil errichten oder erwerben wollen. Dazu bieten sich hier in der Region Berlin/Brandenburg beispielsweise der Raum um die Stadt Potsdam, der südöstliche Bereich von Berlin mit den vielen Seen und Flüssen sowie die nördlich gelegene Mecklenburgische Seenplatte an. In all diesen Regionen sind Hausboote mittlerweile keine Seltenheit mehr. Sollten sie jedoch ein festes Domizil bevorzugen, wie beispielsweise bereits in den Niederlanden in Pilotprojekten bereits praktiziert, können sie schnell an die Grenzen der Landesbauordnungen und somit auch die Unzulässigkeit gelangen, da die Bauordnungen auf diese Arten der Bauweise nicht ausgelegt sind. Daher sollten sie sich zusammen mit einem Fachmann (z.B. aus dem Schiffbau oder dem Bauingenieurwesen) zuerst ein entsprechendes Konzept erarbeiten und mit diesem bei der gewünschten Gemeinde zu Klärung vorsprechen. Da jedoch viele Seengebiete bereits dem Naturschutz unterliegen, sollten sie vorab für sich klären in welcher Region sie ihr Domizil erwerben möchten, um die dort ausgewiesenen Naturschutzgebiete bereits im Vorfeld ausschließen zu können.
  • Bauherr/in asked:
    Wir haben ein Grundstück gekauft und wollen bauen. Der Grundwasserspiegel ist hoch. Was können wir tun? Was sind unsere baulichen Alternativen?
    • VPB replied:
      Wenn das Grundstück einen hohen Grundwasserstand aufweist, sollte bei Starkregenereignissen damit gerechnet werden, dass dieser bis zur Geländeoberfläche ansteigen kann. Daher ist immer darauf zu achten, dass die Oberkante der Bodenplatte bei nicht unterkellerten Gebäuden mindestens 30cm über dem Gelände bzw. oberhalb der angrenzenden Straßen und Grundstücke angeordnet wird, um eine Wannenbildung zu verhindern. Darüber hinaus ist es dringend zu empfehlen, das Gebäude dann im Sockel- und Bodenplattenbereich gegen drückendes Wasser abzudichten und die sogenannten Grund- und Versorgungsleitungen ebenfalls druckwasserdicht einzudichten und auszuführen, um einen Eintritt des Wassers aus allen Bereichen (von unten und seitlich) dauerhaft zu verhindern. Da diese Art der Bauweise zu Zusatzkosten für Erdanfüllung, die Herstellung einer WU-Bodenplatte, die hochwertiger Sockelabdichtung und die Abdichtung für die Grund- und Versorgungsleitungen führt, sollten sie diese Art der Ausführung bei Ihrer Kostenplanung im Vorfeld berücksichtigen.
  • Bauherr/in asked:
    Wir wollen in das Havelland umziehen und neu bauen. Einen Bauplatz haben wir aber noch nicht. Freunde haben uns jetzt gesagt, es sei praktisch unmöglich, dort einen Keller zu bauen, wegen des hohen Grundwassers. Was raten Sie uns, wie sollen wir vorgehen, um das festzustellen? Auf was müssen wir beim Grundstückskauf achten?
    • VPB replied:
      Es ist richtig, dass es in vielen Regionen des Havellandes hohe Grundwasserstände gibt, was den Bau eines Kellers erheblich erschweren kann. Daher sollten sie vor dem Erwerb eines Grundstückes ggf. über ein Bodengutachten oder über die Befragung angrenzender Nachbarschaften die Situation zu den Grundwasserverhältnissen überprüfen. Unabhängig davon ist es aber möglich auch bei hohen Grundwasserständen einen Keller zu errichten, der nicht nass ist. Dabei ist jedoch im Rahmen ihrer Kostenplanung darauf zu achten, dass es zum einen zu höheren Kosten aufgrund der Bauart und zum anderen aufgrund einer ggf. durchzuführenden Grundwasserabsenkung kommen kann. Sollte eine Absenkung notwendig sein, prüfen sie bitte im Vorfeld auch, wie das Grundwasser, welches bei der Absenkung abgesaugt wird, abgeführt werden kann, da nicht jede Gemeinde einer Einleitung in das Abwassersystem zustimmt. Wenn die Gemeinde der Einleitung nicht zustimmen sollte, würde ggf. auch erhebliche Kosten für Leitungsführungen zu Flüssen, Bächen, Gräben oder Seen entstehen. Aufgrund der vorbenannten Punkte sollten sie daher im Vorfeld Ihre eigene Kostenplanung vor Kauf des Grundstückes, auch wenn es noch so schön gelegen ist, dahingehend prüfen, ob die hohen Zusatzkosten für den Keller notwendig sind und ob dadurch das Grundstück für sie geeignet ist.