Januar 2019-Baubeschreibung

Alle Fragen & Antworten zum Thema Baubeschreibung:

  • Bauherr/in asked:
    Was würde eigentlich passieren, wenn auf einer Messe alle die Baubeschreibung mitnehmen? Irgendwann weigern die Firmen sich doch dann, mir ihre Baubeschreibung zu geben. Kann ich die zwingen, mir die zu geben?
    • VPB replied:
      Das klingt etwas theoretisch, aber einen Anspruch auf Herausgabe einer Baubeschreibung so wie den Anspruch auf Herausgabe bestimmter Unterlagen nach § 650n BGB gibt es nicht. Eine Baufirma ist einmal nicht verpflichtet, mit jedem Bauinteressierten einen Verbraucherbauvertrag oder Bauträgervertrag abzuschließen und eine Baubeschreibungsherausgabepflicht entsteht erst im vorvertraglichen Bereich. Dafür reicht nicht bloß generelles Interesse am Leistungsspektrum einer Firma, da bekommt man eher erst mal einen Prospekt – der übrigens später, wenn dann doch ein Vertrag geschlossen werden sollte für die Frage der geschuldeten Leistung durchaus eine Rolle spielen kann, also gut aufheben! Wer eine Baubeschreibung nicht herausgibt, obwohl er dazu verpflichtet ist, verletzt eine vorvertragliche Informationspflicht und haftet auf Ersatz des dadurch entstehenden Schadens. Aber es würde mich schon wundern, wenn ein Unternehmen einen ernsthaft und konkret interessierten Kunden keine Baubeschreibung überlassen wollte.
  • Bauherr/in asked:
    Bauen ist richtig teuer geworden. Tapezieren und mit Gipskarton arbeiten kann ich auch selber. Wie regelt man das, wenn die Baubeschreibung vom Anbieter nichts genaues dazu sagt im Vertrag?
    • VPB replied:
      „Nichts genaues“ wundert mich etwas. Auch zum Innenausbau sind Beschreibungen zu liefern – wenn Sie einen Verbraucherbauvertrag abschließen wollen, ohne mit einem eigenen Architekten zu planen, wovon ich jetzt mal nach der Frage ausgehe. Haben Sie ggf. „nur“ einen Bauvertrag abgeschlossen? Wenn Sie die Arbeiten zur Hausherstellung nicht von einem einzigen Bauunternehmer machen lassen wollen, wären die einzelnen Verträge mit den Unternehmern (meist gewerkeweise getrennt, Rohbau etc.) Bauverträge. Da gilt die Baubeschreibungspflicht nicht. Sonst muss da „genaueres“ stehen, außer, die Leistung ist nicht vertraglich geschuldet. Eine Pflicht, die Nichtvornahme auch noch klar anzusprechen, dürfte sich aus der neuen Rechtslage nicht ergeben. Da Sie aber sagen, es klänge so, als würde in diesem Bereich doch etwas gemacht werden sollen, müsste da wohl mehr zu stehen. Wenn Sie bestimmte Leistungsteile selbst erbringen wollen, können Sie das in den Vertrag ganz normal wie sonst auch verhandeln, wobei die dafür gewährten Preisnachlässe der Unternehmen (manchmal als Gutschriften bezeichnet) oft nicht den Erwartungen der Verbraucher entsprechen. Außerdem wird die eigene Leistungsfähigkeit der privaten Bauherren überschätzt. Vor allem sollte man sich sehr gut überlegen, ob man Eigenleistungen macht, nach denen der Bauunternehmer dann weiter baut. Ist man spät da krankheitsbedingt dran oder ist der Unternehmer mit der Qualität der Eigenleistung nicht zufrieden, gibt es Streit und der Zeitplan ist in Gefahr. Wichtig ist aber nicht zuletzt die genaue Abgrenzung der jeweils zu erbringenden Leistungen. Ganz oft wird darüber gestritten, wer welche Schnittstellenarbeiten zu machen hat. Wer sich da nicht im Detail auskennt, sollte dann lieber Rat für die genauen Vereinbarungen einholen oder es doch besser den Unternehmer (=Profi) machen lassen.
  • Bauherr/in asked:
    Hallo, wir haben uns von unserer Baufirma eine Baubeschreibung geben lassen (hatten wir beim VPB gelesen!). Die Baubeschreibung sieht auch erst mal gut aus und wir werden sie auch prüfen lassen. Was uns komisch vorkommt ist, dass der Keller darin fehlt. Sie Firma sagt, dass wir den Keller ja extra bestellen müssen und von der Kellerfirma dann auch die Baubeschreibung und alles bekommen. Wir hatten ja gedacht, dass wir alles aus einer Hand bekommen und nicht doch wieder mit mehreren Firmen arbeiten müssen. Unsere Sorge und Frage dazu: Wie wird denn sichergestellt, dass der Keller nachher auch zu dem Haus passt? Das muss doch irgendjemand koordinieren? Was raten Sie uns? Danke für Ihre Mühe.
    • VPB replied:
      Dazu schweigen sich manche Vertragsgestaltungen leider aus. Es handelt sich hierbei um eine typische Schnittstellenproblematik. Und sie ahnen es ja auch schon: im Zweifel wird der Kellerbauer alles auf den Hausbauer schieben und umgekehrt. Sie sollten sich grundsätzlich überlegen, ob sie wirklich mit zwei Gewerken arbeiten wollen. Denn hier ist das Problem, dass der Neubau nicht aus einer Hand errichtet wird: jedenfalls der Vertrag über die Errichtung des Kellers ist kein Verbraucherbauvertrag (eine Umgehung der Schutzvorschriften durch rein formale Aufteilung der Leistung auf zwei wirtschaftlich betrachtet identische Unternehmen mal außen vor gelassen, die sich nur schwer beweisen lassen würde). Beim darauf errichteten Haus lässt sich juristisch darüber streiten, ob das ein Bauvertrag oder ein Verbraucherbauvertrag mit besserem Schutzniveau für sie ist. Der „Irgendjemand“ für die Koordinierung wäre der klassische Architekt. Wer also darüber nachdenkt, sein Neubauvorhaben doch mit mehreren Bauunternehmen zu realisieren, der muss sich ernsthaft mit der Beauftragung eines Architekten auseinandersetzen. Dieser koordiniert und überwacht am besten nicht nur die Ausführung, sondern wird möglichst früh ins Boot geholt. Man kann ihn stufenweise beauftragen, so bleibt sein Honorar auch dem Projektfortschritt angepasst.
  • Bauherr/in asked:
    Heute ist an unserem Haus, fertiggestellt 04/17, durch das Abrutschen eines Schneebrettes (Dachlawine) der Schornstein für die Gasheizung abgeknickt. Im Innenbereich ist dadurch das Rohr gerissen. Die Heizung kann nicht mehr benutzt werden, weil ansonsten Abgase in das Gebäude gelangen. Außerdem dringt Wasser ( in geringem Maße) durch die wohl beschädigte Abdichtung ein. Meiner Ansicht nach handelt es sich um einen konstruktiven Fehler am Haus. Wie muss ich mich in diesem Fall verhalten?
    • VPB replied:
      Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine so in den Einzelfall gehende Beratung dem VPB als Verband vom Gesetzgeber nicht erlaubt ist. Dafür müssen Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden. Empfehlenswert ist in so einem Fall ein im Baurecht erfahrener Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht. VPB-Regionalbüros haben erfahrene Anwälte in ihren Netzwerken.